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Gemeinschaftspraxis Dr.Lutz Mauersberg und Dr.Brit Wald

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. Zeckenbiss, FSME, Borreliose

Zeckenbiss, FSME (-Impfung), Borreliose

Zeckenbisse können zwei wesentliche Infektionskrankheiten übertragen, FSME und Borreliose.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Es handelt sich um eine durch Viren (Togaviridae, ARBO-Viren) übertragene Krankheit, welche neben Kopfschmerzen und Fieber auch eine schwere Hirn- und Hirnhautentzündungen (Meningoenzephalitis/ Meningitis) mit Lähmungen verursachen kann. Bleibende Schäden bei schweren Verlaufsformen sind möglich. Mit einer Infektion ist in der ganzen Zeckenzeit zu rechnen.

Gegen diese Viren kann vorsorglich geimpft werden. Impfungen sind für Erwachsene und Jugendliche nach Vollendung des 12. Lebensjahrs angezeigt bei Besuchen in verseuchten Gebieten mit häufigem Aufenthalt im Wald, am Waldrand und im hohen Gras.
Zusätzlich ist ein abgeschwächter Impfstoff für Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr bis zum 12. Lebensjahr verfügbar. Die Impfung von Kindern bis zum vollendeten 3. Lebensjahr ist jedoch nur unter Beachtung einer besonders sorgfältigen individuellen Nutzen-Risikoabwägung angezeigt.

Geimpft werden kann das ganze Jahr, wobei unterschiedliche Impfschemata angewendet werden.

Die vollständigen FSME-Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommision am Robert Koch-Institut Berlin STIKO finden Sie im jeweiligen aktuellen Bulletin auch als *.pdf-Datei zum Download.

Speziell für FSME hat das RKI am 13.04.2007 neue Impf- Empfehlungen veröffentlicht. Die Gebiete, in denen eine FSME-Impfung empfohlen wird, wurden hierbei deutlich ausgeweitet, auch für Hessen.
Als in Deutschland 'offiziell' FSME gefährdet gelten neben Gebieten in Hessen derzeit Rheinland-Pfalz, Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen (siehe Karte in o.g.PDF-Datei), sporadische Fälle treten aber auch in anderen Regionen auf.

Borreliose

Die Lyme-Borreliose ist eine erst seit ca. 25 Jahren bekannte Krankheit, welche durch das Bakterium 'Borrelia burgdorferi' übertragen wird. Die Krankheit verläuft über Monate bis Jahre in bestimmten Stadien. Im Anschluss an einen Zeckenbiss können nach einer symptomlosen Zeit, welche Monate bis mehrere Jahre dauern kann, gesundheitliche Probleme an Gelenken, Nerven, Muskeln, Herz oder der Haut auftreten. Ein Zeckenbiss, bei welchem der Verdacht auf eine Bakterienübertragung besteht (Rötung im Bereich oder in der Nähe der Zeckenbissstelle, sog. Erythema chronicum migrans), sollte möglichst frühzeitig mittels eines geeigneten Antibiotikums behandelt werden. In späteren Stadien sind sehr aufwendige Antibiotikabehandlungen notwendig, und der Behandlungserfolg ist nicht immer sicher. Eine gewisse Zeit nach einem Zeckenbiss kann mittels Blutbestimmung festgestellt werden, ob eine Infektion mit Borrelienbakterien stattgefunden hat.

Wo leben Zecken ?

Zecken, genauer: Schildzecken oder der gemeine Holzbock Ixodes ricinus, lauern auf Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Auch im eigenen Garten, auf Wiesen, in Parks und Feldrainen sind sie anzutreffen. Zecken leben meist in Bodennähe und 'fallen nicht von den Bäumen'. Sie setzen sich durch Vorbeistreifen an Sträuchern oder Gebüsch in Wald und Flur, bei der Gartenarbeit oder beim Picknick im Grünen auf die Kleidung. Von dort aus klettern sie an unseren Körper, suchen sich eine warme Stelle und fixieren sich. Sie betäuben die Stelle mit einem Biss, erst dann stechen sie zum Blutsaugen zu. Zecken benötigen für ihre Entwicklung Blut von Säugetieren (z.B. Igel, Maus, Reh), aber auch das Blut von Menschen ist ihnen willkommen....

Endemiegebiete- Wann und wo besteht Infektionsgefahr ?

'Zeckenzeit' ist insbesondere von März bis September; je nach Witterung kann aber auch früher oder später ein Zeckenbiß nicht ausgeschlossen werden.

Die durch Bakterien übertragene Borreliose ist in Deutschland und Europa weit verbreitet, eine Ansteckungsgefahr mit Erregern der Infektionskrankheit Borreliose besteht praktisch überall in Deutschland, da etwa jede fünfte Zecke mit diesen Bakterien verseucht ist. Jährlich rechnet man nur in den alten Bundesländern mit ca. 30.000 - 60.000 Neuinfektionen.

Die durch Viren übertragene FSME- Hirnhautentzündung findet sich bevorzugt im Süden der Republik, aber auch in Österreich, Ungarn, Schweden, Tschechien, der Slowakischen Republik und in Ländern der ehemalige UDSSR. Gegen diese Krankheit kann man sich vorsorglich impfen lassen.

Wissenschaftler beobachten eine zunehmende Ausbreitung von FSME gen Norden auch in unsere hessische Region mit zunehmenden Erkrankungsfällen.

Eine gute Übersicht über Verbreitungsgebiete dieser Erkrankungen in Europa und Deutschland findet sich auf der Homepage der Fa.Baxter.

Vorbeugung gegen Zeckenbisse

Meiden Sie verseuchte Gebiete (Wälder, Wiesen, Unterholz, Waldrandgebiete). Tragen Sie geeignete Kleidung, die möglichst grosse Teile des Körpers bedeckt (lange Hosen, lange Ärmel etc.). Streifen Sie Stümpfe über die Hosenbeine und tragen Sie geschlossene Schuhe. Berühren Sie keine wilden Tiere, denn diese tragen meist Zecken in ihrem Fell. Kontrollieren Sie den Ihren Körper nach Aufenthalt in gefährdeten Gebieten auf Zecken. Sprays bieten nur bedingten Schutz.

Zeckenentfernung

Die Zeckenentfernung aus der Haut sollte möglichst früh, vorsichtig und vollständig geschehen. Die vorsichtige Entfernung aus der Haut ohne Auspressen des Zeckenleibs verhindert eine Übertragung der Infektionserreger in die menschliche Blutbahn. Nehmen Sie eine Plastikpinzette, spezielle Zeckenpinzetten erhalten Sie in Apotheken. Die kalte Metallpinzette löst gerne ein Entleeren der Zecke aus. Wenn Sie nur über eine Metallpinzette verfügen, wärmen Sie diese in der Hand vor. Ziehen Sie die Zecke mit einer leichten Drehbewegung, langsam und gleichmäßig heraus. Tupfen Sie die Stelle mit einem Desinfektionsmittel wie Jod oder Alkohol ab.

Althergebrachte 'Hausmittel' wie das Beträufeln mit Öl o.ä. sind wirkungslos ! Sollten Sie die Zecke nicht vollständig entfernen können, konsultieren Sie unbedingt Ihren Arzt.

Achtung: Wenn sich nach einem Zeckenbiß eine ringförmige Rötung zeigt, sofort den Arzt aufsuchen. Die Rötung ist ein eindeutiger Hinweis auf eine Borrelien-Infektion. Hier ist vorsorglich eine Antibiotika-Therapie angezeigt.

Weitere Informationen:

Artikel 'Impfen und Impfschutz in jedem Alter- eine Übersicht'

Aktuelle Informationen und FSME-Impfempfehlungen des RKI

Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommision (STIKO) am Robert-Koch-Institut

www.zecken.de

Borreliose und FSME Bund Deutschland e.V. (BFBD)

Nationales Referenzzentrum (NRZ) für Borrelien am LGL München