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Gemeinschaftspraxis Dr.Lutz Mauersberg und Dr.Brit Wald

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. Vogelgrippe oder 'avian influenza' H5N1

Vogelgrippe oder Aviane Influenza, Virus H5N1:

Das Vogelgrippe-Virus ist im Februar 2006 auch in Deutschland angekommen. Wie das Robert-Koch-Institut in Berlin bestätigte, wurde bei zwei verendeten Schwänen auf der Insel Rügen das Virus nachgewiesen.

Nachdem das Vogelgrippe-Virus als Auslöser der Geflügelpest mit dieser hochpathogenen und auch für den Menschen gefährlichen Variante Virusstamm aviäre Influenza A (H5N1) aus Asien kommend seit Oktober 2005 in vielen Ländern nachgewiesen werden konnte, möchten wir nachfolgend diese Übersicht zur Verfügung stellen.

Um welcher Erregertyp handelt es sich?

Die Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt, ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die vor allem Vögel, hier insbesondere Hühner, Puten und Enten, befällt. Krankheitssymptome bei den betroffenen Tieren sind Fieber, Atembeschwerden und Durchfall. Oft verenden die erkrankten Tiere in kurzer Zeit.

In der Vergangenheit gab es auch in Europa immer wieder Fälle von Vogelgrippe, allerdings bislang nur in vergleichsweise harmlosen Varianten und ohne Übergang auf den Menschen.
Die jüngsten Krankheitsausbrüche und die Verbreitung seit 2003 in Asien gehen vor allem auf einen seit 1997 bekannten hoch infektiösen und aggressiven Virusstamm aviäre Influenza A (H5N1) zurück.

Dieser hoch infektiöse Seuchenerreger wird von infizierten Vögeln insbesondere über Kot und Sekrete weitergegeben, kann aber auch durch Produkte wie Eier und Geflügelfleisch oder durch Kleider, Schuhe oder andere Gegenstände aus infizierten Gebieten übertragen werden.
Insbesondere an Reisende wird dringend appelliert, direkte Tierkontakte in Geflügelbetrieben in den betroffenen Gebieten zu vermeiden und auf den Besuch von Geflügelmärkten zu verzichten.

Als betroffen gelten derzeit China, Indonesien, Japan, Kambodscha, Laos, Südkorea, Thailand, Malaysia, Vietnam, Sibirien, Zentralasien, der russische Ural, die Türkei, Rumänien, Kroatien, Zypern, Nigeria und in der Europäischen Union EU jetzt auch Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich, Slowenien und Ungarn. Mit einer weiteren Ausbreitung ist zu rechnen.
Eine ständig aktualisierte Dokumentation der weltweiten Ausbreitung finden Sie auf den Seiten des Internationalen Tierseuchenamts.

Zur Ausbreitungsgefahr und der Übertragung zum Menschen:

Die Weltgesundheitsorganisation WHO befürchtet, dass sich Erreger der Krankheit mit Erregern der menschlichen Grippe vermischen könnten. Ein so entstandenes neues 'Supervirus' wäre unter Umständen in der Lage, sich von Mensch zu Mensch zu verbreiten und könnte eine weltweite, gefährliche Epidemie oder Pandemie auslösen. Einige Todesfälle bei Menschen in Asien wurden bereits beschrieben.

Neue Erkenntnisse von US-Forschern legen nahe, dass der Erreger der 'Spanischen Grippe', an dem 1918/19 weltweit mindestens 50 Millionen Menschen starben, ebenfalls von einem Vogelgrippe-Virus abstammte.

Die Schutzmaßnahmen an Flughäfen und Grenzstationen werden verstärkt, da der internationale Handel mit Geflügel eine Gefahrenquelle darstellt. Importverbote und eine umfassende Stallpflicht für Geflügel werden europaweit bereits erwogen.

Auch die bereits durchgeführten Massenschlachtungen von über 200 Millionen Geflügeltieren konnte die Ausbreitung bislang kaum eindämmen.

Gegen eine Verbreitung und Übertragung des Virus durch Zugvögel allerdings ist man weitgehend machtlos. In einigen Ländern, so auch in Deutschland, gilt für die Hauptreisezeiten der Zugvögel ein Stallgebot für heimisches Geflügel.

Krankheitssymptome und -verlauf beim Menschen:

Beim Menschen beginnt die Erkrankung etwa zwei bis fünf Tage nach der Ansteckung und verläuft ähnlich einer schweren Grippe mit hohem Fieber, Kopf- und Halsschmerzen, Husten, Gliederbeschwerden und Lungenentzündung. Etwa die Hälfte der Kranken leiden unter Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen können hinzukommen. Als Komplikation tritt häufig ein Lungenversagen auf. Etwa die Hälfte der Kranken starben bisher.

Die Verdachtsdiagnose wird bei entsprechender Krankengeschichte (Aufenthalt in Risikogebieten, Geflügelkontakt etc.) durch Laboruntersuchungen in spezialisierten Labors mittels einer sog. Polymerasekettenreaktion PCR gesichert.

Behandung einer Infektion beim Menschen:

Für die Behandlung einer solchen Infektion beim Menschen sind nach bisherigen Erkenntnissen nur die so genannten 'Neuraminidase-Inhibitoren' Oseltamivir und Zanamivir auch gegen das aktuelle Vogelgrippevirus H5N1 wirksam.
Diese Erkenntnisse beruhen allerdings auf In-Vitro-Studien im Labor und Tierversuchen mit diesem Influenzavirus.
Zwischenzeitlich häufen sich jedoch die Hinweise, dass diese Mittel aufgrund von Resistenz-Entwicklungen des Virus zunehmend unwirksam sind.
Ausreichende klinische Erfahrungen bei H5N1-Vogelgrippe-Erkrankten liegen derzeit noch nicht vor. Experten gehen auch von der Wirksamkeit der Neuraminidasehemmer bei neuen pandemischen Influenzaviren aus, die wahrscheinlich aus dem Vogelgrippevirus hervorgehen werden.

Empfohlenen Maßnahmen zu Schutz vor der Vogelgrippe:

Zwischenzeitlich enthalten die üblichen saisonalen Influenza-Impfstoffe zur Vorbeugung der menschlichen Virusgrippe auch die Antigen-Merkmale der aviärer Influenza.

Auch deshalb wird diese Grippeimpfung empfohlen, um eine gleichzeitige Infektion mit menschlichen und tierischen Influenza-Viren und dadurch die Entwicklung eines neuen, potentiell pandemischen Virus zu verhindern.
Allerdings wird die Kostenübernahme seitens der gesetzlichen Krankenkassen unterschiedlich gehandhabt; einige Kassen übernehmen die Kosten nur bei Impfindikationen im Rahmen der Empfehlungen der ständigen Impfkommission STIKO.
Das Hessische Sozialministerium hat die Grippeimpfung trotzdem für alle Personen ab 18 Jahren im Hessichen Staatsanzeiger 5/2005 (Seite 540) empfohlen.

Beim Besuch von Risikogebieten besteht die wichtigste Vorbeugemaßnahme in der Vermeindung des Kontaktes zu lebendem oder totem Geflügel, d.h. der Verzicht auf einen Besuch von Vogel- oder Geflügelmärkten.
Das Virus wird durch Erhitzen bei 70°C abgetötet. Diese Temperatur muss beim Kochen oder Braten im Innern des Fleisches oder des Eies erreicht werden. Nach heutigem Kenntnisstand ist der Verzehr von so zubereiteten Geflügelgerichten und Eiern unbedenklich.

Weitere Informationen

Informationen des Robert-Koch-Instituts RKI zur Vogelgrippe

Centers for disease control and prevention (in Englisch)

WHO-Informationen zur Vogelgrippe (in Englisch)

Artikel 'Impfen und Impfschutz in jedem Alter- eine Übersicht'

Artikel 'Impfung gegen die Virusgrippe'

Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommision (STIKO) am Robert-Koch-Institut

Hessicher Staatsanzeiger 5/2005 zur Grippeimpfung ab 18 (PDF-Datei)

Dez.2007: UNO warnt vor andauernder Bedrohung durch die Vogelgrippe