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Gemeinschaftspraxis Dr.Lutz Mauersberg und Dr.Brit Wald

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. SARS:Schweres akutes Atemwegs-Syndrom

SARS

Schweres akutes respiratorisches (Atemwegs-) Syndrom

Aufgrund der zwischenzeitlich auch in Europa aufgetretenen SARS-Fälle und der Nähe zum internationalen Großflughafen Frankfurt/ Main stellen wir nachfolgend eine Übersicht zur Verfügung.

SARS ist eine Infektionskrankheit der Lunge, Ursprung in Asien

Nach bisherigen Erkenntnissen ist das 'schwere akute respiratorische (Atemwegs-) Syndrom' SARS erstmals im November 2002 in China aufgetreten. Die Lungenkrankheit breitet sich seit Ende Februar 2003 weltweit aus.
Die Inkubationszeit (die Zeit zwischen Ansteckung und den ersten Symptomen) beträgt nach derzeitigem Kenntnisstand zwischen 2 und 10 Tagen.
Laut Robert-Koch-Institut beginnt die Infektionskrankheit meist mit Fieber über 38 Grad Celsius und Atembeschwerden wie (trockenem) Husten, Atemnot oder Kurzatmigkeit. Halsschmerzen, Muskelschmerzen (Myalgie) und Kopfschmerzen sowie Übelkeit/ Erbrechen und Durchfall können ebenfalls auftreten. Richtungweisend in der Diagnostik kann bei vormaligem Aufenthalt in Risikogebieten eine Röntgenaufnahme der Lunge sowie ein Labortest sein.

Wodurch wird SARS ausgelöst?

Inzwischen gilt es als sicher, dass ein neues bislang unbekanntes Coronavirus als Erreger von SARS zu betrachten ist, da es alle Voraussetzungen für einen infektiösen Krankheitserreger erfüllt:
Der Keim wurde in allen Krankheitsfällen nachgewiesen, er wurde isoliert und kultiviert - und er löst die Krankheit auch in Experimenten mit Tieren aus und wird in den betroffenen Versuchstieren nachgewiesen.
Das SARS-Virus konnte nach seiner Entdeckung in der Rekordzeit von nur 4 Wochen durch weltweite Kooperation der Forschungseinrichtungen gentechnisch analysiert werden.
Die bereits bekannte Gruppe der Coronaviren ist beim Menschen für etwa ein Drittel der normalen Erkältungen verantwortlich, löst bei Tieren aber wesentlich schwerere Erkrankungen aus.

Wie wird die Krankheit übertragen?

SARS wird vor allem in Tröpfchen beim Husten und Niesen übertragen und dies wahrscheinlich nur nach Ausbruch der Symptome. Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass die Übertragung über Tröpfchen bis zu einem Abstand von 2 Metern geschehen kann. Die auslösenden Coronaviren sind laut Hamburger Tropeninstitut an der Luft nicht sehr stabil, eine Ausbreitung beispielsweise über Klimaanlangen sei daher nicht sehr wahrscheinlich. Über geringe Entfernungen hält die WHO jedoch auch eine Verbreitung über die Luft, Wasser oder das Abwassersystem für möglich. Coronaviren wurden auch im Stuhl von Erkrankten gefunden. Daher untersuchen Mediziner, ob sich das Virus auch über Schmierinfektion überträgt.
In den ausgewiesenen Risikogebieten sind ungeschützte, direkte Kontakte zu Krankheitsverdächtigen und Erkrankten unbedingt zu vermeiden. Es empfiehlt sich vorbeugend, Massenansammlungen zu vermeiden. Insbesondere bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel könnte das Tragen eines Mundschutzes und einer Schutzbrille sinnvoll sein. Häufiges Händewaschen dient der individuellen Hygiene.

Wo besteht Ansteckungsgefahr, wer ist gefährdet?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat aktuell keine Reisewarnungen mehr ausgesprochen.
Übertragungen innerhalb eines Landes meldete die WHO bislang aus Kanada, Singapur, China (Peking, Hongkong, Shanxi, Guangdong, Taiwan) und Vietnam. In Kanada traten die Fälle in der Region um Toronto auf, in Vietnam in der Hauptstadt Hanoi.
Der erste Fall in Deutschland trat am 15. März 2003 auf, als ein Arzt aus Singapur, der nach einem Flug aus den Vereinigten Staaten in Frankfurt landete, mit entsprechenden Symptomen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Auch seine Frau und eine weitere Ärztin wurden eingewiesen.

Bislang haben sich vor allem Menschen mit sehr engem Kontakt zu SARS-Erkrankten infiziert, wie Pflegepersonal in Kliniken oder Angehörige. Die Gründe über die Schwere des Infektionsverlaufs werden untersucht, genetische Veranlagung, Fitness und Ernährung werden diskutiert. Etwa vier Prozent der Erkrankten sterben.

Flughafen Frankfurt/ Main- ein internationales Drehkreuz

Eine weitere Verbreitung in Deutschland könnte erfolgen durch ein Einreisen Erkrankter aus Gebieten mit aktueller Übertragung oder durch ungeschützten Kontakt mit einem SARS-Erkrankten innerhalb Deutschlands.
Um eine Einschleppung durch Erkrankte aus Gebieten mit aktueller Übertragung zu verhindern, werden auf den Abflughäfen, in den Flugzeugen und auf deutschen Flughäfen vorbeugende Maßnahmen getroffen.
Um eine weitere Verbreitung eventueller Erkrankungen innerhalb Deutschlands zu verhindern, wurden folgende Empfehlungen gegeben: wahrscheinliche SARS-Erkrankte werden in Krankenhäusern isoliert; enge Kontaktpersonen zu wahrscheinlichen Erkrankungsfällen kommen in eine häusliche Quarantäne, d.h. sie dürfen ihre Wohnung nicht verlassen. Kontaktpersonen zu Verdachtsfällen werden aufgefordert, täglich Fieber zu messen und sich beim Auftreten von entsprechenden Symptomen bei den Gesundheitsbehörden zu melden. Verdachtsfälle, bei denen der Verdacht nicht ausgeschlossenen werden kann, die aber nicht schwer krank sind, bleiben ebenfalls in häuslicher Quarantäne.

Die Weltgesundheitsorganisation hat allen Fluggesellschaften, die aus Gebieten mit örtlicher Übertragung abfliegen, empfohlen, vor dem Einchecken eine Gesundheits-Befragung durchzuführen. Passagiere, welche mit SARS vereinbare Beschwerden haben, sollen ihre Abreise verschieben. Den Airlines, die den Frankfurter Flughafen anfliegen, wurde darüber hinaus empfohlen zu kontrollieren, ob krank aussehende Passagiere an Bord gehen und Passagiere, die die beschriebenen Symptome haben, nicht mitzunehmen.
Sollten Passagiere an Bord erst Symptome entwickeln, so sollten diese einen Mundschutz erhalten und wenn möglich separat gesetzt werden. Ein solcher Mundschutz sollte auch an Crew Mitglieder, die sich um den Kranken kümmern, oder umsitzende Passagiere verteilt werden. Die Verwendung von Handschuhen, desinfizierendes Händewaschen und die Verwendung eines Einmalfieberthermometers für den fraglichen Patienten wird dem Flugbegleitpersonal empfohlen. Hierdurch wird die Betreuung möglicherweise an SARS erkrankter Passagiere noch während des Anfluges vorbereitet und die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung auf weitere Personen weitestgehend verringert.
Falls dennoch Personen mit SARS-verdächtigen Beschwerden auf dem Flughafen Frankfurt landen, hat das Hessische Sozialministerium in Zusammenarbeit mit dem Stadtgesundheitsamt Frankfurt am Main und den Medizinischen Diensten des Flughafens Frankfurt detaillierte Vorgehensweisen entwickelt, um den Kranken zu versorgen.
Die übrigen Passagiere können weiterreisen – allerdings nur wenn die Personen mit einem Ansteckungsrisiko (umsitzende Passagiere ca. 2 m und Crew Mitglieder) die vorgegebenen Aussteigerkarten ausgefüllt haben.
Sollte sich der Verdachtsfall bestätigen, können die betroffenen Personen von ihren lokal zuständigen Gesundheitsbehörden betreut werden.

Was ist bei Erkrankungsverdacht zu tun?

Nehmen Sie zunächst telefonisch mit Ihrem Hausarzt Kontakt auf. Bei Verdacht wird dieser mit dem zuständigen Gesundheitsamt das weitere Vorgehen besprechen. Es ist zu bedenken, dass derzeit in Asien die jährliche Grippewelle noch nicht beendet ist. Die überwiegende Mehrzahl grippeähnlicher Erkrankungen bei Einreisenden aus den betroffenen Gebieten Asiens wird daher nicht durch SARS bedingt sein. Als Vorsorgemaßnahme sollten Sie dennoch engen Kontakt mit weiteren Personen, soweit möglich auch Familienmitgliedern, bis zur weiteren Abklärung vermeiden.
Bei der ärztlichen Untersuchung sind bestimmte Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten (Mundschutz für Patient und Arzt, nicht im vollbesetzten Wartezimmer warten etc.).

Gibt es ein Mittel gegen die Krankheit?

Bislang gibt es gegen SARS weder eine Impfung noch ein Medikament. Behandelt werden nur die Symptome. Hierbei können die Ärzte nur versuchen, den Allgemeinzustand der Patienten zu verbessern. Einige Mediziner verabreichen Antibiotika gegen mögliche zusätzliche Bakterieninfektionen. Einen neuen Wirkstoff zu entwickeln und zu testen, dauert gewöhnlich mehrere Jahre. Derzeit prüfen Mediziner, ob bekannte Anti-Viren-Medikamente gegen SARS wirken.

Weiterführende Informationen und Links:

Informationen des Hessischen Sozialministeriums zum Umgang mit der hochansteckenden Krankheit SARS

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Centers for Disease Control, Atlanta

Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin Hamburg