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Gemeinschaftspraxis Dr.Lutz Mauersberg und Dr.Brit Wald

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. Impfung gegen Pneumokokken- Erkrankungen

Impfung gegen Pneumokokken- Erkrankungen:

Allein im letzten Jahr starben über 30.000 Menschen an den Folgen einer Infektion durch Grippeviren oder Pneumokokken- Bakterien. Pneumokokken-Erkrankungen sind neben der Virusgrippe (Influenza) die häufigste durch Impfung vermeidbare Todesursache in den industrialisierten Ländern.

Vor allem ältere Menschen und chronisch Kranke wie beispielsweise Diabetiker und Herzkranke haben ein erhöhtes Risiko für Pneumokokken- Infekte. Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) sind wichtige Erreger von Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen und Sepsis, aber auch lokaler Infektionen wie der Otitis media (Mittelohrentzündung) und der Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung).

Ganz besonders tückisch: Jeder Zweite trägt die Pneumokokken- Bakterien im Nasen-Rachen-Raum, auch Gesunde. Wie Grippeviren werden sie über die Luft beim Sprechen, Husten oder Niesen übertragen, ein Schutz vor ihnen ist ausschließlich durch die Impfung möglich. Auch gefährlich: Oft kündigen keine typischen Krankheitszeichen die Infektion an. Die Erkrankung kann dann so rasant verlaufen, dass jede Behandlung zu spät kommt. Jeder Zweite stirbt innerhalb von 48 Stunden trotz Antibiotikatherapie.

Die Impfung stellt für gefährdete Personen somit die einzige Möglichkeit dar, sich effektiv zu schützen. Vor allem angesichts der hohen Komplikations- und Sterblichkeitsrate, der zunehmenden Verbreitung Antibiotika- resistenter Pneumokokken- Stämme und der häufig schwierigen Therapie muß man in Übereinstimmung mit den aktuellen Impfempfehlungen des Robert Koch- Instituts vom 7.9.2001 (siehe unten) zur Impfung raten.

Menschen über sechzig Jahren sowie allen Personen mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung infolge einer Grundkrankheit (chronische Erkrankungen oder Immundefekte auch bei Kindern) empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut seit 1998 die Impfung gegen Pneumokokken (mit einem Polysaccharidimpfstoff). Für Kinder unter zwei Jahren wird bei Vorliegen einer gesundheitlichen Störung oder weiterer Risikofaktoren eine Impfung mit einem Pneumokokken-Konjugatimpfstoff empfohlen.

"In Deutschland wird das Angebot der Pneumokokken-Impfung bisher in zu geringem Maße in Anspruch genommen", sagt Reinhard Kurth. "Und das, obwohl sie bei Erwachsenen nur einmal durchgeführt werden muss und dann für sechs Jahre wirksam ist", ergänzt Johannes Löwer. Ein Aufruf der beiden Institute gilt daher allen impfenden Ärzten: Wenn bei Ihren Patienten der Pneumokokken-Impfschutz fehlt, dann ist ein gemeinsamer Impftermin mit der Influenzaimpfung möglich. Grundsätzlich ist die Pneumokokkenimpfung das ganze Jahr über möglich. Eine jährliche Wiederholung der Pneumokokken-Impfung sollte auf keinen Fall vorgenommen werden.

Auch Menschen, die bereits einmal an Lungenentzündung erkrankt waren, haben ein erhöhtes Risiko, wieder zu erkranken. Während eine bewältigte Pneumonie (Lungenentzündung) nur vor einem Erregertyp immun macht, schützt die Pneumokokken- Impfung mit dem gut verträglichen Impfstoff (z.B. Pneumovax®23) vor 23 verschiedenen Erregertypen. Diese 23 Pneumokokken- Typen verursachen rund 90 Prozent der schweren Erkrankungen. Die Impfung -in Form einer Spritze in den Oberarm- schützt Erwachsene sechs Jahre lang vor den tödlichen Komplikationen einer Pneumokokken- Erkrankung. Danach ist eine erneute Impfung erforderlich.

Doppelten Nutzen erzielt man durch beide Impfungen: gegen Grippe und Pneumokokken. Beide kann der Arzt an einem Termin geben (linker und rechter Arm).

Wie eine kürzlich veröffentlichte Studie aus den USA zeigt, kann eine Impfung gegen beide Erkrankungen die Zahl der Einweisungen ins Krankenhaus um 63 Prozent und das Sterberisiko um 81 Prozent senken.

Eine weitergehende Stellungnahme des Robert Koch-Instituts Berlin zur Pneumokokkenprophylaxe findet sich im 'Epidemiologischen Bulletin Nr.12' vom 24.3.2000 (*.pdf-Datei).

Weiterführende Links

Artikel 'Impfen und Impfschutz in jedem Alter- eine Übersicht'

Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommision (STIKO) am Robert-Koch-Institut

RKI zu Pneumokokken-Infektionen- eine Übersicht