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Gemeinschaftspraxis Dr.Lutz Mauersberg und Dr.Brit Wald

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. Sommersmog, erhöhte Ozon-Werte

'Sommersmog' und erhöhte Ozon-Werte

Was ist Ozon?

Als Ozon O3 (griechisch ozein: das Duftende) bezeichnet man ein Reizgas, welches sich in erhöhtem Maß bei starker Sonneneinstrahlung und großer Hitze durch die photochemische Reaktion der ultravioletten Strahlung des Sonnenlichts und verschiedensten Luftschadstoffen bildet. Neben Industrieanlagen und deren Abgasen ist der Straßenverkehr eine entscheidenden Schadstoffquelle.

Insbesondere das hier ausgestoßene Stickstoffdioxid NO2 wird durch das UV- Licht in Stickstoffmonooxid NO und atomaren Sauerstoff gespalten. Dieser verbindet sich mit dem molekularem Sauerstoff der Luft zu Ozongas O3. Neben dieser photochemischen Reaktion fällt Ozon als Begleitprodukt an bei verschiedensten industriellen Fertigungsprozessen als Begleitprodukt an.

Das auf oben beschriebenen Weg entstandene erdnahe Ozon ist zu unterscheiden vom atmospärischen Ozongas, das (erdgeschichtlich entstanden) in einer Höhe von 20 bis 30 km (Stratosphäre) über der Erdoberfläche unseren Planeten umgibt und vor zu starker UVA- Strahlung schützt.

Ist jeder betroffen?

Ein Großteil der Bundesbürger ist unempfindlich gegenüber Ozon, etwa 5/6 spüren keine Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens und können auch bei hohen Ozon-Werten ihr übliches Leben weiterführen.
Etwa 1/6 der Bevölkerung jedoch ist gegenüber Ozon empfindlich und zeigt körperliche Symptome, insbesondere eine Reizung der Atemwege mit (bisweilen ausgeprägter) Atemnot. Dabei ist zu beachten, dass auch schon ein nur mäßig erhöhter Ozongehalt in der Luft bei diesem Personen Symptome hervorrufen kann.

Welche Symptome können im Einzelnen auftreten?

Ozon wirkt in erster Linie als 'Atemgift', welches über Mund und Nase in die Atemwege gelangt und in den kleinen Lungenbläschen (Alveolen) Reizungen, Husten und Entzündungen verursacht. Hierbei zeigt sich in einer Lungenfunktionsprüfung, daß der Atemgasaustausch in den Alveolen der Lunge eingeschränkt ist.

Bei annähernd jedem Menschen verändert sich durch Ozoneinwirkung die Atmungskapazität dieser alveolären Endabschnitte der Lunge. Meist ist dieser Effekt jedoch gering, sodass keine merkbare Symptomatik daraus resultiert. Bei den tatsächlich Ozon-Empfindlichen kann man deutliche Veränderungen bei der Lungenfunktionsprüfung feststellen.

Wie bei (fast) allen dauerhaft einwirkenden Schädigungen kann auch bei lang andauernder Ozon-Belastung eine chronische Entzündung der Lungenbläschen resultieren.

Die oft im Zusammenhang mit erhöhten Ozon-Werten geklagten Symptome wie Augenbrennen, juckende Schleimhäute in Nase und Rachen, Schluckbeschwerden und Hautirritationnen werden in der Regel durch das Zusammenspiel vielfältiger weiterer Faktoren hervorgerufen; das Ozon wirkt hierbei lediglich symptomverstärkend.

Gibt es Risikogruppen, die empfindlicher auf Ozon reagieren?

Insbesondere Allergiker, Asthmatiker und Patienten mit chronischer Bronchitis sind gefährdet, weil sich das bekannte Krankheitsbild deutlich verschlechtern kann. Wie oben bereits angedeutet, gibt es dabei keine eindeutige Beziehung zwischen der Stärke der Symptomatik einerseits und der Höhe der Ozon-Konzentration andererseits. Werte unter 120 Mikrogramm/cbm können schon auslösend sein und (zusammen mit den anderen Luft-Allergenen) sogar schwere Asthmaanfälle hervorrufen. Diese dosisunabhängige Wirkung erschwert die Festlegung von Ozon-Grenzwerten deutlich.

Ist Vorbeugung möglich?

Prinzipiell gilt, dass Ozon erst bei körperlicher Belastung zum Problem werden kann, seltenst bei körperlicher Ruhe.

Bei körperlicher Belastung vergößert sich durch den erhöhten Sauerstoffbedarf das Atemminutenvolumen (=schnelle und tiefe Atmung), der Gasaustausch in den kleinen Lungenalveolen ist durch die Ozon-Reizung jedoch vermindert. Bei Asthmatikern und/oder bei einem chronisch erkrankten Bronchialsystem liegt bereits eine Verengung der Bronchien mit erhöhtem Atmungswiderstand vor. Husten und Atemnot sind dann die typischen Beschwerden.

Ozon-Empfindliche oder Personen aus den vorangestellten Risikogruppen sollten bei Ozon-Werten über 150 Mikrogramm/cbm auf körperliche Belastungen insbesondere im Freien verzichten.

Im Tagesverlauf erreicht die Ozon-Belastung in Zeiten starker Sonneneinstrahlung ihre Höchstwerte und benötigt dann gegen Abend einige Zeit, um wieder abzufallen. Als Faustregel sollte man sich in der Zeit zwischen 10 und 18 Uhr schonen.
In Ballungszentren (wie Wiesbaden- Biebrich) fällt die Ozon-Konzentration interessanterweise schneller wieder ab als z.B. in ländlichen Regionen.

Urlaube und Fahrten ins Gebirge bleiben auch für Betroffene grundsätzlich möglich, auch wenn die hohe Ozonkonzentration in der Luft dort länger anhält als in Städten. Am besten orientiert man sich vor Ort und verzichtet bei zu hoher Luftkonzentration auf Aktivitäten im Freien, wie man es auch zu Hause tun würde.

Insbesondere Säuglinge und Kleinkinder, ältere Menschen und Kranke bedürfen einer Überwachung an Tagen mit hohen Ozon-Werten.

Medikamentös behandelte Asthmatiker und andere Betroffene können mit ihrem Arzt ein Behandlungskonzept ausarbeiten, wie sie eventuell die Dosis oder Kombination ihrer Medikamente ändern können, um einer drohenden Symptomatik vorzubeugen.

Weiterführende Links:

Artikel 'Hitzewarnsystem in Hessen mit Verhaltensempfehlungen'

Artikel 'Sonnenbaden und Sonnenbrand'

Aktuelle Immissionsdaten und Ozonvorhersage des Umweltbundesamtes

Berichte aus dem Hessischen Luftmessnetz

Übersicht zu Immissions-Grenzwerten der Europäischen Union- LUFT

Chemische Eigenschaften von Ozon O3