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Gemeinschaftspraxis Dr.Lutz Mauersberg und Dr.Brit Wald

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. Mexikogrippe H1N1

Mexiko-Grippe, neue pandemische Influenza A/H1N1

Die aktuelle pandemische Grippe wird durch einen neuen Influenza-Virusstamm des Subtyps A(H1N1) verursacht. Das Virus ist eine Kombination aus zwei Schweineviren, einem Geflügelvirus und einem Menschenvirus. Deshalb kursiert auch der umgangssprachliche Name 'Schweinegrippe'.

Zwar erkranken auch Schweine immer wieder an Grippe, die üblichen Schweinegrippe-Viren werden aber nur sehr selten auf Menschen übertragen. Falls doch ein sog. Artensprung vom Schwein zum Menschen stattfindet, verbreiten sie sich dann aber nicht von Mensch zu Mensch weiter.

Das in Mexiko neu aufgetauchte Virus hingegen überträgt sich von Mensch zu Mensch, insbesondere über Tröpfcheninfektionen beim Husten oder Niesen oder durch Berührung verunreinigter Oberflächen (etwa der Hände beim Händeschütteln, über Türklinken usw.).

Der derzeitige Anstieg (Juli 2009) wird hauptsächlich durch Reiserückkehrer verursacht , die nach Rückkehr aus dem Urlaub (gegenwärtig vor allem aus Spanien) mit neuer Influenza diagnostiziert werden.

Ausbreitung

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass die weltweite Ausbreitung des neuen Influenzavirus A H1N1/09 nicht zu stoppen ist. Auch in Deutschland ist die Fallzahl weiter gestiegen. Seit dem 11. Juni 2009 gilt die Mexikogrippe/ Schweinegrippe/ 'Neue Grippe' offiziell als Pandemie.

Ausbreitungskarte des Europäischen Zentrums für Krankheitsprävention und Kontrolle (ECDC):

Übertragung durch den Genuß vom Schweinefleisch?

Nach Angaben der US-amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC gibt es derzeit keinerlei Hinweise darauf, dass der Erreger durch den Verzehr oder auch durch die Zubereitung von Schweinefleisch übertragen werden kann. Der Erreger wird ab einer Temperatur von 72 Grad Celsius abgetötet.

Krankheitssymptome und -verlauf beim Menschen

Beim Menschen beginnt die Erkrankung plötzlich etwa zwei bis drei Tage nach der Ansteckung (=Inkubationszeit) und verläuft ähnlich einer schweren Grippe mit Schlappheit, Gliederschmerzen, hohem Fieber, Husten, Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen.
Die Schweinegrippe kann sowohl einen milden als auch einen ernsten Verlauf nehmen. Insbesondere bei chronisch Erkrankten oder Schwangeren kann es zu Komplikationen kommen. Interessanterweise sind in einigen wenigen Fällen nach Angaben der WHO auch Personen unter 50 Jahren schwer erkrankt, welche keiner Risikogruppe angehört hatten.

Es empfiehlt sich, den Arzt bei Verdacht bereits vorab telefonisch zu informieren, um zu vermeiden, dass andere Personen angesteckt werden könnten.

Die Verdachtsdiagnose wird bei entsprechender Krankengeschichte (Aufenthalt in Risikogebieten, Kontakt zu Erkrankten etc.) durch Laboruntersuchungen in spezialisierten Labors mittels einer sog. Polymerasekettenreaktion PCR gesichert.

Behandung einer Infektion beim Menschen

Für die Behandlung einer solchen Infektion beim Menschen sind nach bisherigen Erkenntnissen nur die so genannten 'Neuraminidase-Inhibitoren' Oseltamivir und Zanamivir auch gegen das aktuelle Mexikogrippevirus H1N1 wirksam.
Experten gehen auch von der Wirksamkeit der Neuraminidasehemmer bei neuen pandemischen Influenzaviren aus, die aus dem Mexikogrippevirus hervorgehen könnten. Allerdings entwickeln sich insbesondere gegen Oseltamivir zunehmend resistente Virenstämme (Quelle).

Empfohlenen Maßnahmen zu Schutz vor der Mexikogrippe

Die derzeit erhältlichen Influenza-Impfstoffe zur Vorbeugung der menschlichen Virusgrippe schützen zwischenzeitlich auch vor der Mexikogrippe oder vor einem neuen Pandemie-Virus.

Diese Impfung wird empfohlen, um eine gleichzeitige Infektion mit menschlichen und tierischen Influenza-Viren analog zur Vogelgrippe und dadurch die Entwicklung eines neuen, potentiell pandemischen Virus zu verhindern.
Allerdings wird die Kostenübernahme seitens der gesetzlichen Krankenkassen unterschiedlich gehandhabt; einige Kassen übernehmen die Kosten nur bei Impfindikationen im Rahmen der Empfehlungen der ständigen Impfkommission STIKO.

Vor allem beim Besuch von Risikogebieten bestehen die wichtigsten Vorbeugemaßnahmen in der Vermeindung von größeren Menschenansammlungen. Vermeiden Sie engen Kontakt zu Mitmenschen, verzichten Sie beispielsweise auf das Händschütteln oder die Begrüßungsküsschen. Waschen Sie regelmäßig die Hände, insbesondere, wenn Sie nach Hause kommen. Berühren Sie Nase, Mund und Augen nicht so oft, hier liegen Eintrittpforten für das Virus! Niesen oder schneuzen Sie nicht in die Hände, sondern besser in ein Taschentuch oder den Hemdärmel.

Sind Sie selber erkrankt, bleiben Sie bitte zu Hause.

Impfung

Verschiedene Impfstoffe zur Prophylaxe gegen eine Infektion mit Influenza A H1N1 stehen zur Verfügung, die Verteilung läuft derzeit. Altersabhängig muss in einem Abstand von mindestens zwei Wochen zweimal geimpft werden. Etwa 10 Tage nach der zweiten Impfung sollte ein Schutz gewährleistet sein.

Allerdings ist der vom Bund für Deutschland bestellte Impfstoff medizinisch umstritten, da er im Gegensatz zu einem in den USA verwendeten Impfstoff ein Adjuvanz (Inhaltsstoff AS03) zur Wirkverstärkung enthält. Solche Adjuvanzien werden verdächtigt, nicht nur die gewünschte Immunogenität, sondern gegebenenfalls auch unerwünschte überschießende Immunreaktionen zu befördern; deshalb waren diese bislang in konventionellen Impfstoffen nicht zu finden. Das Risiko seltener schwerer Schadwirkungen scheint nicht hinreichend abgeklärt zu sein.
Auch aus diesem Grund verzichtet die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA bislang auf Wirkverstärker und setzt auch bei der Pandemie-Impfung auf das bewährte konventionelle Produktionsverfahren.
(Quelle: blitz-a-t des arznei-telegramms®, PDF-Datei 36 Kb)

Auch die Arzneimittelkommission der deutsche Ärzteschaft hat sich kritisch mit den derzeit in Entwicklung befindlichen Impfstoffen beschäftigt und vergleicht die "Situation der Pandemieimpfstoffe mit der Markteinführung eines neuen Impfstoffes bzw. Arzneimittels mit sehr eingeschränkten Kenntnissen zum Sicherheitsprofil." Die Kommission hält deshalb eine "engmaschige Überwachung der auftretenden unerwünschten Wirkungen für erforderlich".
(Quelle: Stellungnahme der AkdÄ zur Schutzimpfung gegen die neue Influenza A (H1N1) vom 10.09.09), PDF-Datei 176 Kb)

Das ARD-Magazin Plusminus hat in der Sendung vom 22.09.2009 die Geschäftsinteressen der Pharmaindustrie durch den Verkauf der Impfstoffe kritisch beleuchtet.

Weitere Informationen

Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit

Informationen des Robert-Koch-Instituts RKI zur Mexiko-Grippe

Centers for disease control and prevention (in Englisch)

WHO-Informationen zur Mexiko-Grippe (in Englisch)

Artikel 'Impfen und Impfschutz in jedem Alter- eine Übersicht'

Artikel 'Impfung gegen die Virusgrippe'

Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommision (STIKO) am Robert-Koch-Institut