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Gemeinschaftspraxis Dr.Lutz Mauersberg und Dr.Brit Wald

Innere · Allgemeinmedizin · Geriatrie · Palliativmedizin · Notfallmedizin

Wiesbaden · Biebrich

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. Darmkrebsvorsorge, Darmkrebsfrüherkennung

Darmkrebsfrüherkennung bei Frauen und Männern

Früh erkannt heißt meist besser heilbar. Auch der Dickdarm- bzw. Enddarmkrebs (der Arzt spricht von kolorektalen Karzinomen), der in Deutschland die zweithäufigste Krebstodesursache ist, hat durch systematische Früherkennungsmaßnahmen viel von seinem bisherigen Schrecken eingebüßt.

Das ab 2004 neukonzipierte Programm der gesetzlichen Krankenversicherungen zur Früherkennung kolorektaler Karzinome bietet nunmehr mit dem zusätzlichen Angebot der Darmspiegelung (Koloskopie) die Chance, bereits Vorstufen von Krebs zu entdecken und zu entfernen, sodass Krebs gar nicht mehr erst entstehen muss.

Wie entsteht Darmkrebs?

Dies ist trotz großer Fortschritte in der medizinischen Forschung noch immer nicht hinreichend geklärt. Eine ganz wesentliche Rolle bei der Entstehung spielt aber die familiäre Disposition:
Drei von zehn Betroffenen haben ihre Krankheit 'geerbt'.

Wenn dies der Fall ist, haben auch schon junge Menschen ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken und sollten regelmäßig zur Vorsorge gehen.

Üblicherweise jedoch beginnt das von den gesetzlichen Krankenversicherungen finanzierte Vorsorgeprogramm erst im Alter von 50 Jahren, siehe unten.

Ein familiäres Risiko liegt immer dann vor, wenn Großeltern, Eltern oder Geschwister an Darmkrebs, Darmpolypen oder auch an einem bösartigen Tumor des Magens (oder der Gebärmutter) erkrankt sind. Auch wenn Geschwister der Eltern oder Großeltern erkrankt sind, kann sich das Risiko erhöhen.

Ein erhöhtes Darmkrebsrisiko besteht bei...

  • länger bestehender Entzündung der Dickdarmschleimhaut (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
  • bekannten Darmpolypen
  • Blut im oder auf dem Stuhl
  • falscher Ernährung mit viel Fleisch und tierischen Fetten sowie wenig Obst, Gemüse und Ballaststoffen
  • Alkohol- und Tabakkonsum
  • mangelnder Bewegung
  • Übergewicht (Gewichtsberechnung hier)
  • Alter größer 45 Jahren
  • familiärer Belastung

Untersuchungsmethoden

Es werden drei verschiedene Untersuchungsmethoden der Früherkennung angeboten:

Vielleicht haben Sie sogar schon davon gehört bzw. haben schon eine mitgemacht.

Der Papierstreifentest (Okkultblut-Test mit Stuhlbriefchen, Guajak-Test)

Hierbei wird der Stuhlgang über drei Tage auf minimale, mit dem Auge nicht sichtbare Blutspuren untersucht. Sie müssen zu Hause eine kleine Stuhlprobe auf einen vorgefertigten Teststreifen (den Sie vorher von uns erhalten) aufbringen und diese dann in der Arztpraxis abgeben. Das Labor kann dann selbst kleinste Blutbeimengungen im Stuhl feststellen, was auf einen möglichen Dickdarmkrebs hinweisen kann.

Womit wir bereits beim Problem wären: Der Papierstreifentest ist nicht perfekt. Blutspuren im Stuhl können viele Ursachen haben, wie z. B. Blutungen aus Hämorrhoiden (ein positiver Test ist jedoch selbst bei blutenden Hämorrhoiden meist ein Hinweis auf eine andere Blutung im Magen-Darm-Bereich und nicht auf die Hämorrhoiden). Und manchmal zeigt der Test nach dem Verzehr von bestimmten Nahrungsmitteln (z. B. manchen Gemüsearten, Fleisch) und Medikamenten (Eisentabletten, Aspirin, Vitamin C etc.) fälschlicherweise die gleiche Reaktion wie bei Blutspuren an, obwohl kein Blut im Stuhl ist.

Ein negativer Test, d. h. kein Blutnachweis im Stuhl, ist auch kein sicherer Beweis, dass kein Dickdarmkrebs vorliegt, denn ein Tumor kann, muss aber nicht immer bluten.

Daher sollten Sie wissen: Auch mit einem unauffälligen Testergebnis gilt es, auf Auffälligkeiten beim Stuhlgang zu achten - insbesondere auf sichtbare Blutspuren -, aber auch auf neu aufgetretenen Durchfall oder Verstopfung. Dann sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Trotzdem bleibt diese einfache Testart eine sinnvolle Einrichtung zur unkomplizierten aber eben auch störanfälligen Früherkennung eines Dickdarmkrebses. Vorausgesetzt, man hält sich an den jährlichen Turnus ab dem 50. Lebensjahr, siehe Tabelle unten.

Statistiken haben gezeigt, dass - bei jährlicher Teilnahme - gemessen über einen Zeitraum von 10 Jahren, bei jedem dritten Teilnehmer ein positives Testergebnis zu finden ist. Positives Testergebnis heißt, dass Blut im Stuhl festgestellt wurde. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass Darmkrebs die Ursache dafür ist. Meist sind es andere Dinge - siehe oben -, die zu einem solchen Befund führen. Dennoch muss in einem solchen Fall eine Darmspiegelung zur Abklärung durchgeführt werden. Meistens stellt sich dann heraus, dass kein Darmkrebs vorliegt und alles in Ordnung ist.

Ab dem Alter von 55 Jahren nimmt die Häufigkeit von Darmkrebs deutlich zu. Der Papierstreifentest mit seiner Schwäche, nicht jeden Krebs zu entdecken, kommt diesem erhöhtem Risiko nur ungenügend nach. Die Krankenkassen bieten dazu eine genauere, deutlich verlässlichere Früherkennungsmethode an: Die Darmspiegelung (Koloskopie).

Der Nachweis des Hämoglobin-Haptoglobin-Komplexes im Stuhl
(immunologischer Stuhltest)

Seit geraumer Zeit werden zur Krebsvorsorge an Stelle des oben beschriebenen herkömmlichen Guajak-Tests (‚Stuhlbriefchen’) immunologische Stuhltests als individuelle Gesundheitsleistung angeboten, da diese modernen Tests eine höhere Sensitivität und Spezifität haben. Zwischenzeitlich gibt es einen hochwertigen Test, der direkt in der Hausarztpraxis durchgeführt werden kann.

Immunologische Stuhlteste weisen ausschließlich humanes (=menschliches) Globulin nach, wodurch keine falsch-negativen oder falsch-positiven Ergebnisse durch vorherige Nahrungsmittelaufnahme (Fleisch, Wurst, Vitamin-C-haltige Getränke) verursacht werden.

Freies Hämoglobin ist im Stuhl relativ instabil, insbesondere dann, wenn es sich um Blutungsquellen aus oberen Darmabschnitten (Colon ascendens) handelt. Der so genannte Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex dagegen ist wesentlich stabiler gegenüber Säuren und dem proteolytischen Abbau während der Darmpassage. Dies bedeutet, dass der Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex auch nach längeren Darmpassagen nachweisbar ist. Die gleichzeitige Bestimmung von freiem humanem Hämoglobin und des Hämoglobin-Haptoglobin- Komplexes erzielte in bisher durchgeführten Studien eine Sensitivität für Kolonkarzinome bis zu 96 % und für größere Adenome bis zu 80 % bzgl. der Früherkennung von Darmkrebs.

Der Patient bringt die Stuhlprobe in die Arztpraxis. Dort wird eine Parallelbestimmung von freiem humanem Hämoglobin und des Hämoglobin-Haptoglobin-Komplexes durchgeführt. Durch Wegfall des weiteren Transportweges in das Labor und durch das nicht mehr notwendige Einfrieren der Stuhlprobe erhöht sich die Sicherheit in der Diagnostik. Der Patient kann die Leistung vor Ort für einen günstigeren Preis als bei Versand in ein Labor beziehen.

Vorteile dieses Tests: Bösartige kolorektale Karzinome, größere Polypen und Adenome können mit Hilfe des Tests auch bei längeren Darmpassagen wesentlich früher und genauer entdeckt werden, mit der Konsequenz, dass der Patient dann selbstverständlich zur Koloskopie gehen muss. Die Praxis macht sich unabhängig vom Labor, der Patient profitiert zeitlich und finanziell.
(mod. Quelle: MT print 11.08.2006)

Die Darmspiegelung (Koloskopie)

Diese Art der Früherkennung umfasst eine genaue und vollständige Untersuchung des gesamten Dickdarms, wobei sogar sehr frühe Vorstadien (die sog. Polypen) eines möglichen Dickdarmkrebses festgestellt und entfernt werden können. Es dauert mindestens 5 bis 10 Jahre, bis aus Polypen Krebs entstehen kann. Bis zum Wachstum des Dickdarmkrebs und ersten Auftreten von Beschwerden können dann nochmals bis zu 10 Jahre vergehen. Darum reicht auch eine Darmspiegelung alle 10 Jahre, um eine mögliche Krebsentwicklung rechtzeitig zu erkennen. Bereits während der Untersuchung lassen sich alle Vor- und Frühstadien restlos abtragen: Hier kann dann kein Krebs mehr entstehen.

Diese hohe Sicherheit hat leider auch ihre Kehrseite. Die Untersuchung ist unangenehm und manchmal schmerzhaft.

Das Untersuchungsinstrument, ein Koloskop, ist ein dünner, biegsamer Schlauch und wird in Ihren After eingeführt und im Darm Stück für Stück hochgeführt. An der Spitze des Schlauchs befindet sich eine Art winzige "Kamera", mit der Ihr Arzt den gesamten Darm schrittweise untersuchen kann. Mit einer kleinen Schlinge können die bereits genannten Polypen bei der Untersuchung unkompliziert entfernt werden.

Selbstverständlich muss Ihr Darm für diese Untersuchung vollständig entleert sein. Dazu müssen Sie eine Woche vor der Untersuchung auf schwere Kost verzichten und einen Tag vor der Untersuchung ein Abführmittel einnehmen. Ein Einlauf kurz vor der Untersuchung ist nur dann notwendig, wenn Ihr Darm nicht restlos entleert ist. Hier kommt es also auf Ihre gute Vorbereitung und Mitarbeit an.

Wie Sie sich denken können, birgt die Darmspiegelung natürlich ein gewisses Risiko. Das Untersuchungsinstrument kann manchmal leichte Blutungen erzeugen. In ganz, ganz seltenen Fällen kann es zu lebensbedrohlichen, mitunter tödlichen Komplikationen wie dem Durchstechen des Darms kommen. Fachleute schätzen dieses Risiko mit 1:10.000 ein. Im Vergleich zum Risiko, ohne Früherkennung an Darmkrebs zu sterben, ist dies ein kleines Risiko. Denn ab einem Alter von 55 Jahren beträgt das Risiko in den nächsten 25 Jahren an einem Darmkrebs zu sterben 1:33, also einer von 33 Personen stirbt daran.

Übersicht über die von den gesetzlichen Krankenkassen angebotenen Darmkrebsfrüherkennungsuntersuchungen:

Alter Art Turnus Vorteil Nachteil
50-54 Papierstreifentest jährlich einfache, unkomplizierte Handhabung geringe Sicherheit, mit dem Alter steigendes Restrisiko
ab 55 Papierstreifentest nur, wenn das Koloskopieangebot nicht in Anspruch genommen wird 2-jährlich einfache, unkomplizierte Handhabung nicht blutende oder kleine Karzinome werden möglicherweise nicht erfasst; (Falsch-) positive Ergebnisse müssen auch durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden
ab 55 Darmspiegelung zweite Koloskopie 10 Jahre nach der ersten sehr große Sicherheit, Entfernung der Vorstufen von Darmkrebs aufwendige, eher unangenehme Untersuchung

Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen

Wünschen Sie aus Eigenverantwortung für Ihre Gesundheit einen Stuhltest außerhalb der o.g. gesetzlichen Vorgaben, müssen Sie diesen leider selbst bezahlen.
Es handelt sich hierbei um eine sog. Individuelle Gesundheitsleistung.

Der immunologische Nachweis des Hämoglobin-Haptoglobin-Komplexes im Stuhl mit höherer Sensitivität und Spezifität ist derzeit noch keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und somit vom Patienten selbst zu tragen.

Selbstverständlich ist es Ihnen überlassen, welche Art der Darmkrebsvorsorge oder Früherkennung Sie ab dem 50. Lebensjahr oder sogar früher wählen. Lassen Sie sich hierzu nochmals in allen Einzelheiten von Ihrem Hausarzt ausführlich beraten.
Wichtig ist nur, dass Sie überhaupt die Chance ergreifen, Darmkrebs früh erkennen oder erst gar nicht entstehen zu lassen.

Generell gilt natürlich, dass Sie jede Art von Darmbeschwerden oder Blut im Stuhlgang auf dem direkten Weg Ihrem Arzt mitteilen, unabhängig von den oben beschriebenen Möglichkeiten der Früherkennungen.

(mod.Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss Ärzte und Krankenkassen www.g-ba.de)

Weiterführende Links

Felix-Burda-Stiftung zur Darmkrebsfrüherkennnung