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Gemeinschaftspraxis Dr.Lutz Mauersberg und Dr.Brit Wald

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Wiesbaden · Biebrich

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. Darmkrebsvorsorge, Darmkrebsfrüherkennung

Darmkrebsfrüherkennung bei Frauen und Männern

Früh erkannt heißt meist besser heilbar. Auch der Dickdarm- bzw. Enddarmkrebs (der Arzt spricht von kolorektalen Karzinomen), der in Deutschland bei Frauen die zweithäufigste, bei Männern die dritthäufigste Krebsart ist, hat durch systematische Früherkennungsmaßnahmen viel von seinem bisherigen Schrecken eingebüßt.

Das Programm der gesetzlichen Krankenversicherungen zur Früherkennung kolorektaler Karzinome bietet nunmehr mit dem zusätzlichen Angebot der Darmspiegelung (Koloskopie) die Chance, bereits Vorstufen von Krebs zu entdecken und zu entfernen, sodass Krebs gar nicht mehr erst entstehen muss. Je früher Risiken erkannt werden, umso höher ist die Aussicht auf vollständige Genesung.

Wie entsteht Darmkrebs?

Dies ist trotz großer Fortschritte in der medizinischen Forschung noch immer nicht hinreichend geklärt. Eine ganz wesentliche Rolle bei der Entstehung spielt aber die familiäre Disposition:
Drei von zehn Betroffenen haben ihre Krankheit 'geerbt'.

Wenn dies der Fall ist, haben auch schon junge Menschen ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken und sollten regelmäßig zur Vorsorge gehen.

Üblicherweise jedoch beginnt das von den gesetzlichen Krankenversicherungen finanzierte Vorsorgeprogramm erst im Alter von 50 Jahren, siehe unten.

Ein familiäres Risiko liegt immer dann vor, wenn Großeltern, Eltern oder Geschwister an Darmkrebs, Darmpolypen oder auch an einem bösartigen Tumor des Magens (oder der Gebärmutter) erkrankt sind. Auch wenn Geschwister der Eltern oder Großeltern erkrankt sind, kann sich das Risiko erhöhen.

Ein erhöhtes Darmkrebsrisiko besteht bei...

  • länger bestehender Entzündung der Dickdarmschleimhaut (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
  • bekannten Darmpolypen
  • Blut im oder auf dem Stuhl
  • falscher Ernährung mit viel Fleisch und tierischen Fetten sowie wenig Obst, Gemüse und Ballaststoffen
  • Alkohol- und Tabakkonsum
  • mangelnder Bewegung
  • Übergewicht (Gewichtsberechnung hier)
  • Alter größer 45 Jahren
  • familiärer Belastung

Untersuchungsmethoden

Es werden zwei verschiedene Untersuchungsmethoden der Früherkennung angeboten:

Vielleicht haben Sie sogar schon davon gehört bzw. haben schon eine mitgemacht.

Der Nachweis des Hämoglobin-Haptoglobin-Komplexes im Stuhl
(immunologischer Stuhltest)

Seit geraumer Zeit werden zur Krebsvorsorge an Stelle des alten, herkömmlichen Guajak-Tests (‚Stuhlbriefchen’) immunologische Stuhltests angeboten, da diese modernen Tests eine höhere Sensitivität und Spezifität haben. Zwischenzeitlich gibt es einen hochwertigen Test, der direkt in der Hausarztpraxis durchgeführt werden kann.

Immunologische Stuhlteste wie iFOBT (englisch: FIT) weisen ausschließlich humanes (=menschliches) Globulin nach, wodurch keine falsch-negativen oder falsch-positiven Ergebnisse durch vorherige Nahrungsmittelaufnahme (Fleisch, Wurst, Vitamin-C-haltige Getränke) verursacht werden.

Freies Hämoglobin ist im Stuhl relativ instabil, insbesondere dann, wenn es sich um Blutungsquellen aus oberen Darmabschnitten (Colon ascendens) handelt. Der so genannte Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex dagegen ist wesentlich stabiler gegenüber Säuren und dem proteolytischen Abbau während der Darmpassage. Dies bedeutet, dass der Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex auch nach längeren Darmpassagen nachweisbar ist. Die gleichzeitige Bestimmung von freiem humanem Hämoglobin und des Hämoglobin-Haptoglobin- Komplexes erzielte in bisher durchgeführten Studien eine Sensitivität für Kolonkarzinome bis zu 96 % und für größere Adenome bis zu 80 % bzgl. der Früherkennung von Darmkrebs.

Der Patient bringt die Stuhlprobe in die Arztpraxis. Dort oder im angeschlossenen Labor wird eine Parallelbestimmung von freiem humanem Hämoglobin und des Hämoglobin-Haptoglobin-Komplexes durchgeführt.

Vorteile dieses Tests: Bösartige kolorektale Karzinome, größere Polypen und Adenome können mit Hilfe des Tests auch bei längeren Darmpassagen wesentlich früher und genauer entdeckt werden, mit der Konsequenz, dass der Patient dann selbstverständlich zur Koloskopie gehen muss. Blut im Stuhl kann aber auch andere Ursachen wie etwa Hämorrhoiden haben, eine Abklärung ist in jedem Fall aber erforderlich.
(mod. Quelle: MT print 11.08.2006)

Die Darmspiegelung (Koloskopie)

Diese Art der Früherkennung umfasst eine genaue und vollständige Untersuchung des gesamten Dickdarms, wobei sogar sehr frühe Vorstadien (die sog. Polypen) eines möglichen Dickdarmkrebses festgestellt und entfernt werden können. Es dauert mindestens 5 bis 10 Jahre, bis aus Polypen Krebs entstehen kann. Bis zum Wachstum des Dickdarmkrebs und ersten Auftreten von Beschwerden können dann nochmals bis zu 10 Jahre vergehen. Darum reicht auch eine Darmspiegelung alle 10 Jahre, um eine mögliche Krebsentwicklung rechtzeitig zu erkennen. Bereits während der Untersuchung lassen sich alle Vor- und Frühstadien restlos abtragen: Hier kann dann kein Krebs mehr entstehen.

Diese hohe Sicherheit hat leider auch ihre Kehrseite. Die Untersuchung ist unangenehm und manchmal schmerzhaft.

Das Untersuchungsinstrument, ein Koloskop, ist ein dünner, biegsamer Schlauch und wird in Ihren After eingeführt und im Darm Stück für Stück hochgeführt. An der Spitze des Schlauchs befindet sich eine Art winzige "Kamera", mit der Ihr Arzt den gesamten Darm schrittweise untersuchen kann. Mit einer kleinen Schlinge können die bereits genannten Polypen bei der Untersuchung unkompliziert entfernt werden.

Selbstverständlich muss Ihr Darm für diese Untersuchung vollständig entleert sein. Dazu müssen Sie eine Woche vor der Untersuchung auf schwere Kost verzichten und einen Tag vor der Untersuchung ein Abführmittel einnehmen. Ein Einlauf kurz vor der Untersuchung ist nur dann notwendig, wenn Ihr Darm nicht restlos entleert ist. Hier kommt es also auf Ihre gute Vorbereitung und Mitarbeit an.

Wie Sie sich denken können, birgt die Darmspiegelung natürlich ein gewisses Risiko. Das Untersuchungsinstrument kann manchmal leichte Blutungen erzeugen. In ganz, ganz seltenen Fällen kann es zu lebensbedrohlichen, mitunter tödlichen Komplikationen wie dem Durchstechen des Darms kommen. Fachleute schätzen dieses Risiko mit 1:10.000 ein. Im Vergleich zum Risiko, ohne Früherkennung an Darmkrebs zu sterben, ist dies ein kleines Risiko. Denn ab einem Alter von 55 Jahren beträgt das Risiko in den nächsten 25 Jahren an einem Darmkrebs zu sterben 1:33, also einer von 33 Personen stirbt daran.

Übersicht über das von den gesetzlichen Krankenkassen angebotene Darmkrebsfrüherkennungsprogramm ab 50:

Alter Art Turnus Inhalt
ab 50 Beratung zur Darmkrebs-Früherkennung einmalig
  • Beratung zur Früherkennung von kolorektalen Karzinomen
  • Häufigkeit des Krankheitsbildes
  • Ziel, Zweck, Effektivität und Nachteile der Früherkennungsuntersuchung
  • ggf. Überweisung zur Koloskopie
50-54 immunol. Stuhltest iFOBT jährlich
  • Test auf occultes Blut im Stuhl
  • nur für Männer: alternative Überweisung zur Koloskopie
Männer 
ab 50
Vorsorge-Koloskopie 2 x im Abstand von mind. 10 Jahren
  • Als Alternative zum iFOBT ist Überweisung zur Koloskopie schon mit 50 Jahren möglich
  • Sonst Überweisung zur Koloskopie ab 55 Jahre
  • wenn Koloskopie erst mit 65 in Anspruch genommen wird, besteht nur Anspruch auf eine einmalige Koloskopie
  • ODER: Männer, bei denen keine Koloskopie durchgeführt wurde, haben ab 55 Jahre alle 2 Jahre Anspruch auf iFOBT
Frauen 
ab 55
Vorsorge-Koloskopie 2 x im Abstand von mind. 10 Jahren
  • Überweisung zur Koloskopie ab 55 Jahre
  • wenn Koloskopie erst mit 65 in Anspruch genommen wird, besteht nur Anspruch auf eine einmalige Koloskopie
  • ODER Frauen bei denen keine Koloskopie durchgeführt wurde, haben ab 55 Jahren alle 2 Jahre Anspruch auf iFOBT

Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen

Wünschen Sie aus Eigenverantwortung für Ihre Gesundheit einen Stuhltest außerhalb der o.g. gesetzlichen Vorgaben, müssen Sie diesen leider selbst bezahlen.
Es handelt sich hierbei um eine sog. Individuelle Gesundheitsleistung.

Selbstverständlich ist es Ihnen überlassen, welche Art der Darmkrebsvorsorge oder Früherkennung Sie ab dem 50. Lebensjahr oder sogar früher wählen. Lassen Sie sich hierzu nochmals in allen Einzelheiten von Ihrem Hausarzt ausführlich beraten.
Wichtig ist nur, dass Sie überhaupt die Chance ergreifen, Darmkrebs früh erkennen oder erst gar nicht entstehen zu lassen.

Generell gilt natürlich, dass Sie jede Art von Darmbeschwerden oder Blut im Stuhlgang auf dem direkten Weg Ihrem Arzt mitteilen, unabhängig von den oben beschriebenen Möglichkeiten der Früherkennungen.

(mod.Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss Ärzte und Krankenkassen www.g-ba.de)

Weiterführende Links, Versicherteninformationen

Versicherteninformation des G-BA für Frauen ab 50 Jahren (1,5 Mb, PDF- Datei)

Versicherteninformation des G-BA für Männer ab 50 Jahren (500 Kb, PDF- Datei)

Felix-Burda-Stiftung zur Darmkrebsfrüherkennnung

Kassenärztliche Bundesvereinigung zur Darmkrebsfrüherkennnung