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Gemeinschaftspraxis Dr.Lutz Mauersberg und Dr.Brit Wald

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. Impfung gegen Hepatitis A/B- Gelbsuchtformen

Impfung gegen Hepatitis A/B- Gelbsuchtformen A/B/C:

Unter den bislang bekannten Hepatitis- Viren spielen in Deutschland vor allem das Hepatitis A- Virus (HAV), das Hepatitis B- Virus (HBV) und das Hepatitis C- Virus (HCV) eine bedeutende klinische Rolle.

Während das enteral (mit der Nahrung) übertragene HAV nur akute Hepatitiden verursacht, zeichnen die parenteral (Verletzungen, Blutweg) übertragenen Viren HBV und HCV auch für chronische Infektionen verantwortlich. Vor allem die Folgen der chronischen Hepatitis B und C wie Leberzirrhose und hepatozelluläres Karzinom sind von großer persönlicher Bedeutung für die betroffenen Patienten und darüber hinaus von erheblicher sozialpolitischer Tragweite.

Risiko Reiseinfektionen

Unter den reisefreudigen Nationen Europas rangieren die Deutschen seit Jahren unangefochten an der ersten Stelle. Dabei weichen sie auf der Suche nach Sonne, Sand und Abgeschiedenheit zunehmend von gewohnten touristischen Pfaden ab: Allein im vergangenen Jahr wurden etwa sieben Millionen Fernreisen bei uns gebucht, wobei tropische Länder Asiens, Afrikas und Südamerikas ihre Favoritenrolle ausbauen konnten. Nach Angaben der World Tourism Organisation (WTO) stieg Südostasien von 1991-95 um 44 % in der Beliebtheitsskala der Deutschen, während Südamerika und Afrika im gleichen Zeitraum sogar 65 bzw. 70 Prozentpunkte zulegen konnten.

Reisemediziner beobachten diesen Trend mit wachsender Sorge, handelt es sich doch bei den favorisierten Urlaubszielen durchweg um Regionen hoher Durchseuchung sowohl mit der A- als auch der B-Hepatitis, die zusammen für immerhin 70 % bis 80 % aller reisebedingten Hepatitis-Fälle verantwortlich sind.

So kehren jedes Jahr einige Tausend Urlauber infiziert nach Deutschland zurück -und stellen damit eine potentielle Infektionsquelle für die Daheimgebliebenen dar. So werden 60 % bis 70 % der jährlich für Deutschland angenommenen 50.000 Hepatitis-A-Infektionen aus diesen Regionen eingeschleppt, während immerhin etwa 15 % der gleichfalls auf 50.000 pro Jahr geschützten Hepatitis-B-Neuinfektionen auf das Konto importierter Fälle gehen. Und dies, obwohl gerade die beiden bekanntesten, inzwischen zu den häufigsten Reiseinfektionen aufgestiegenen Hepatitis-Formen A und B durch Impfung vermeidbar sind.

Hepatitisformen und Verlauf

Die Hepatitis A verläuft nicht chronisch, kann aber bei Erwachsenen zu einer schweren Erkrankung führen (in 0,25% tödlich). Infektionsgefahr besteht vor allem durch die Nahrung oder Kontakt mit infektiösen Ausscheidungen. Eine Impfung gegen die Hepatitis A ist möglich.

Die Hepatitis B ist eine sehr ernste Erkrankung, die bei Erwachsenen in ca. 10% chronisch und in weniger als 1% sogar akut tödlich verläuft. Sie wird über kleinste, unter Umständen nicht sichtbare Blutmengen übertragen, wie dies beispielsweise bei Hautschürfungen oder Stichverletzungen an gebrauchten Kanülen möglich ist. Personen mit (möglichem) Blutkontakt sollten sich unbedingt gegen die Hepatitis B impfen lassen. Der Impferfolg muss kurz nach der Grundimmunisierung durch eine Blutentnahme kontrolliert werden. Erst damit lässt sich nachweisen, ob und wie lange ein sicherer Impfschutz besteht.

Die Hepatitis C verläuft meist chronisch und hat eine ernste Prognose. Die Übertragungswege der Hepatitis C sind noch nicht genau bekannt. Nadelstichverletzungen und Blutspritzer ins Auge haben zu Infektionen von Krankenhauspersonal geführt. Ein Impfstoff steht noch nicht zur Verfügung. Die frühe Diagnose einer Hepatitis C ist wichtig, um die Prognose durch gezielte Therapie zu verbessern.

Impfungen/ Prophylaxe gegen Hepatitis A und B

Zur Vermeidung der Hepatitis A und B stehen effektive passive und aktive Impfstoffe zur Verfügung.
Eine entsprechende Vakzine für HCV ist gegenwärtig nicht in Sicht.

Hepatitis A- Prophylaxe

Passive Immunisierung:
Ein passiver Schutz gegen eine Hepatitis A- Infektion kann durch Standardimmunglobulin erreicht werden, welches anti- HAV Antikörper enthält. Durch entsprechende Verabreichung kann ein etwa drei Monate anhaltender Schutz bewirkt werden. Neben einer präexpositionellen Prophylaxe, zum Beispiel vor der Reise in eine Hochrisikogebiet, kann das Immunglobulin auch postexpositionell eingesetzt werden, wie es nach engem Kontakt mit einem Erkrankten erforderlich sein kann. Die Applikation von Immunglobulin kann zu Temperaturerhöhungen oder Überempflindlichkeitsreaktionen führen.
Der wesentliche Nachteil in der passiven Immunisierung ist darin zu sehen, dass entsprechend der Halbwertszeit der verabreichten Antikörper nur ein vorübergehender Schutz erreicht wird. Daher sollte, wenn möglich, einer aktiven Schutzimpfung der Vorzug gegeben werden.

Aktive Immunisierung:
In Deutschland stehen verschiedene Impfstoffe für Erwachsene und Kinder zur Verfügung. In allen Fällen handelt es sich um formalin- inaktivierte Viruspartikel, die an Aluminiumhydroxyd absorbiert sind.
Erwachsene erhalten eine Grundimmunisierung mittels einmaliger intramuskulärer Injektion (M. deltoideus/Oberarm) und eine Auffrischungsimpfung zum Erzielen eines Langzeitschutzes nach 6 bis 12 Monaten. Für Kinder zwischen 1 und 12 Jahren wird eine Grundimmunisierung durch zwei Impfungen im Abstand von 4 Wochen und eine Auffrischimpfung nach 6 bis 12 Monaten empfohlen. Da schon 2 Wochen nach Grundimmunisierung rund 80 % der Impflinge einen ausreichenden Antikörperschutz entwickeln, ist die aktive Immunisierung auch kurzfristig, z. B. vor Auslandsaufenthalten, einsetzbar. Die Nebenwirkungen der Impfung sind in aller Regel mild und treten vor allem als lokale Reaktionen wie Rötung und Schwellung auf. Selten kommt es zu Fieber und Kopfschmerzen.

Hepatitis B- Prophylaxe

Passive Immunisierung:
Ein passiver Schutz gegen eine Hepatitis- B- Infektion kann durch Hyperimmunglobulin intramuskulär erreicht werden. Dies ist jedoch nur bei nicht immunen Personen nach Kontakt mit HBV- haltigem Material im Sinne einer Postexpositionsprophylaxe indiziert. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) sehen eine solche passive Immunisierung für Neugeborene HBsAg- positiver Mütter vor sowie für Personen, die sich mit möglicherweise kontaminierten Gegenständen verletzt haben, beispielsweise im Sinne einer Nadelstichverletzung bei medizinischem Personal.
Die passive Immunisierung sollte dann mit einer aktiven Immunisierung verknüpft werden. Die Passivimpfung ist sehr teuer und bietet nur einen etwa 70- 90% Schutz vor einer HBV- Infektion. Sie muss innerhalb von 48 h nach Exposition erfolgen.

Aktive Immunisierung
Nachdem in der Frühphase der Hepatitis B- Vakzinierung inaktivierte HBsAg- Partikel aus Patientenserum verwendet wurden, stehen heute gentechnologisch in Hefezellen hergestellte Impfstoffe zur Verfügung. Die Impfstoffe enthalten an Aluminiumhydroxid adsorbiertes HbsAg in unterschiedlicher Dosierung.
Das übliche Impfprotokoll sieht eine Dreifachimpfung zum Zeitpunkt 0, 1 und 6 Monaten vor. Die Applikation erfolgt in den M. deltoideus/Oberarm. Dies führt zur Bildung protektiver Antikörper bei über 95% der Personen. Bestimmte Personengruppen wie Dialysepatienten zeigen eine niedrigere Ansprechrate, so dass hier eine Erhöhung der Einzeldosis empfohlen wird. Bei Nichtansprechen können wiederholte Impfversuche unternommen werden. Bei einem Teil der Patienten kann die Impfung zu lokalen Nebenwirkungen wie Schwellung und Rötung führen; darüber hinaus gehende systemische Nebenwirkung sind sehr selten.
Vor der Impfung sollte eine Kontrolle des anti- HBs- Titers erfolgen.

Kombinierter Hepatitis A und B- Impfstoff

Als Alternative zur aktiven Immunisierung gegen die einzelnen Viren besteht die Möglichkeit zur kombinierten Immunisierung gegen Hepatitis A und B mittels Kombinationsimpfstoffen. Das Impfschema entspricht dem bei Hepatitis B (O, 1 und 6 Monate), die Komplettimpfung mit der Kombinationsvakzine ist günstiger als bei Verabreichung der Einzelimpfstoffe. Die Ergebnisse sind mit den durch die Einzelimpfstoffen erreichten vergleichbar.

Weitere Informationen

Artikel 'Impfen und Impfschutz in jedem Alter- eine Übersicht'

Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommision (STIKO) am Robert-Koch-Institut

RKI-Informationen zur Hepatitis A

RKI-Informationen zur Hepatitis B

RKI-Informationen zur Hepatitis C

RKI-Informationen zur Hepatitis D (selten)

RKI-Informationen zur Hepatitis E (selten)